CNI – chronische Niereninsuffizienz

CNI – chronische Niereninsuffizienz – eine unheilbare Krankheit.



Wie wir aber dennoch die Lebensqualität unserer Samtpfoten verbessern können.

Eine der häufigsten Erkrankungen der Katze (vor allem im fortgeschrittenen Alter), ist die Chronische Niereninsuffizienz. Der Harntrakt insgesamt (Blase/Nieren) scheint ein deutlicher Schwachpunkt bei Katzen zu sein, denn leider haben Samtpfoten nicht gerade selten mit Blasenentzündung, Harnsteinbildung (Struvit/Oxalat) sowie Nierenerkrankungen unterschiedlicher Ursache zu kämpfen.

Eine der Hauptaufgaben der Nieren besteht darin, aus dem Blut Abfallprodukte des Stoffwechsels herauszufiltern und mit dem Urin auszuscheiden. Liegt eine Erkrankung oder Schädigung der Nieren vor, so ist ihre Funktion beeinträchtigt. Folglich sammeln sich im Blut Abfallprodukte und verursachen Krankheitssymptome. Beim Auftreten der klinischen Symptome sowie einem Anstieg der nierenrelevanten Blutwerte ist in der Regel bereits der überwiegende Teil der Nierenzellen zerstört und es ist nur noch eine Restfunktion von weniger als 25% vorhanden!

Eine erkrankte Niere verliert die Fähigkeit, den Urin zu konzentrieren. Das Tier setzt von Tag zu Tag mehr Urin ab und trinkt zum Ausgleich dafür immer mehr Wasser. Dies ist häufig das erste Anzeichen einer Nierenerkrankung. Meist zeigt sich das Fell sehr struppig und wirkt stark fettig. Ein weiteres Symptom kann (muss nicht!) häufiger auftretendes Erbrechen sein, ohne, dass dabei Haarballen heraus gewürgt werden und im stark fortgeschrittenen Stadium kann man den Urin förmlich aus allen Poren entweichend riechen (auch urinöser Mundgeruch). Schließlich ist eine massive Gewichtsabnahme zu verzeichnen, und die Tiere werden im weiteren Verlauf regelrecht apathisch oder weisen andere Verhaltensauffälligkeiten auf (z.B. Aggressivität, Ruhelosigkeit, Ängstlichkeit, Verkriechen usw.).

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren:

• Altersbedingte Einschränkungen der Nierenfunktion

• Erblichkeit (vor allem bei bestimmten Rassen, z.B. PKD bei Persern)

• Bakterielle Infektionen (z.B. der Blase, der Nieren aber auch der Zähne!)

• Virale Infektion (z.B. Leukose/FIP)

• Folgen von Vergiftungen (z.B. durch Frostschutzmittel oder Pflanzen)

• Ernährungsbedingte Ursachen

Die Nierenfunktionsstörung tritt vor allem (aber nicht nur!) bei älteren Katzen auf. Da Wohnungskatzen in der Regel eine höhere Altersstufe erreichen, sind diese oft stärker betroffen. Hinzu kommt, dass Wohnungskatzen nicht die ausgewogene „Mäusekost“ genießen, sondern oft durch falsche Ernährung (zu viele schlechtverdauliche Eiweiße wie z.B. Sojaeiweiß oder zu wenig Flüssigkeitsaufnahme bei ausschließlicher Fütterung von Trockenfutter) prädestiniert für diese Krankheit sind. Beim ersten Verdacht sollte man daher unbedingt den Tierarzt aufsuchen, denn mit einer Nierenfunktionsstörung ist nicht zu spaßen! Handelt es sich „nur“ um ein akutes, noch nicht chronisches, Versagen (= ANI), so kann dies unter Umständen ohne Folgeschäden ausheilen – vorausgesetzt, die umfassende Behandlung setzt früh genug ein!

Ein chronisches Versagen der Niere hingegen kann nicht kuriert werden, da zerstörte Nierenzellen sich nicht wieder aufbauen lassen. Es kann lediglich für eine Verzögerung, im besten Fall für eine Stagnation des Krankheitsverlaufes gesorgt werden. Daher gilt: Je eher die Krankheit diagnostiziert wird, desto besser stehen die Chancen für das Tier!

Die richtige Behandlung kann eine Vielzahl der Symptome unter Kontrolle bringen und verbessert zugleich die Lebensqualität der Katze! Das Tier muss einer gründlichen Untersuchung unterzogen werden. Die Blutwerte – vor allem Kreatinin und Harnstoff, aber auch Phosphor, Natrium, Kalzium und Kalium – geben Auskunft über den Stand der Dinge. Der Tierarzt wird dem Tier eine spezielle Nierendiät verordnen, die den Verlauf der Krankheit verzögert. Diese Diät weist einen reduzierten Proteingehalt auf, damit die Nieren weniger Abbauprodukte ausscheiden müssen und somit die Krankheitssymptome gemindert werden. Weiterhin wird hier besonders auf hochwertiges Eiweiß, welches die Katze gut abbauen kann, geachtet. Die Reduktion von Salz und Phosphat beugt weiteren Schädigungen der Niere vor, und die Zufuhr von Kaliumzitrat soll einer Übersäuerung, zu der Nierenpatienten neigen, entgegenwirken. Ganz wichtig: Immer frisches Wasser bereitstellen! Neben der Diätetik gibt es verschiedene schulmedizinische aber vor allem homöopathische Mittel, die den Nierenpatienten unterstützen, in dem sie z.B. den Harnstoff senken, den renalen Druck über eine Blutdrucksenkung mindern, die durch die Harnstoffausscheidung über die Schleimhäute entstehende Übelkeit bekämpfen, Säuren binden und dergleichen mehr. Diverse homöopathische bzw. biologische Heilmittel können die Organfunktion anregen und zur Entgiftung beitragen. Meist ist es von Vorteil, den Patienten durch regelmäßige subkutane Infusionen (subkutan bedeutet unter die Haut, nicht in die Vene) zu unterstützen. Hierdurch wird der durcheinander geratene Wasserhaushalt etwas reguliert, indem Flüssigkeit und verstärkt verloren gehende Elektrolyte zugefügt werden und die Nieren werden ein wenig gespült. Diese subkutanen Infusionen kann der Patientenbesitzer relativ leicht erlernen und selbst daheim durchführen. Das erspart dem Tier den Stress häufiger Praxisbesuche. Denn Stress ist etwas, was jedem Nierenpatienten weitestgehend erspart bleiben sollte.

Umfassende Informationen zu dieser Erkrankung, mit ihr verbundene Folgeerkrankungen und zur Behandlung finden Sie im Internet unter: www.felinecrf.info. Eine sehr ausführliche und gute Seite zum Thema Chronische Niereninsuffizenz bei Katzen. ©CatCareKassel e.V.





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