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04. Mai 2014

Kastrationsaktion in Heroldstatt

Es nimmt kein Ende! Viele unkastrierte Katzen in Heroldstatt Enabeuren.
Kategorie: Allgemein


Die steigende Anzahl freilebender unkastrierter Katzen stellt auch in unserem Wirkungsgebiet ein enormes Tierschutzproblem dar.

Die zum Teil verwilderten und sehr scheuen Katzen finden sich auf verlassenen Bauernhöfen und in alten Scheunen.


Häufig sind sie die Nach-
kommen von privaten Haus-
katzen oder von ausgesetzten bzw. zurückgelassenen Tieren. Sie und ihr Nachwuchs streunen umher, sind krank, voller Parasiten, halb verhungert, werden überfahren und oftmals mit grausamen Methoden getötet.



Katzen sind ca. ab dem 6. Monat geschlechtsreif und können sich bis zu dreimal im Jahr fortpflanzen – bei drei bis sechs Jungen pro Wurf steigt die Zahl der Nachkommen von einer Katze nach nur wenigen Jahren in die Tausende!

 


Die einzig sinnvolle und tiergerechte Vorgehensweise, das Wachstum der Katzenpopulation einzuschränken, ist es, einerseits die eigenen Hauskatzen kastrieren zu lassen und andererseits wilde Streunerkatzen einzufangen, kastrieren zu lassen und sie danach wieder in ihren ursprünglichen Lebensraum zu entlassen, wo wir zusammen mit engagierten Tierfreunden ihre Versorgung mit Futter sicherstellen.

Die Katzennot Schwäbische Alb e.V. kämpft schon seit Jahren mit seinen Kastrationsprojekten gegen dieses Katzenelend.

Nach unserer Kastrationsaktion in Suppingen, wo wir 29 ausgewilderte Katzen kastrieren ließen, geht jetzt in Heroldstatt das große Kastrieren weiter.

Mitte April 2014 wurden wir von einer Familie in Herold-
statt kontaktiert,


die genau mit diesem Problem konfrontiert war. Im Schuppen und auf dem Gelände des ehemaligen Bauernhofs der Familie sammelten sich immer mehr Katzen an und sorgten fleißig für Nachwuchs.

 

Die Familie fütterte die Katzen und erkannte irgendwann das Problem mit dem sie selber finanziell überfordert waren.

So starteten wir ab dem 16. April unsere Kastrationsaktion.





Zunächst wurde eine kleine zierliche Katzendame eingefangen, da sie augenscheinlich sehr krank war und zu unserer Tierärztin gebracht.
Nach gründlicher Untersuchung wurde eine hochgradige Lungenentzündung festgestellt und sofort mit der Antibiotikatherapie begonnen. Das kleine Mädel wurde im Haus der Familie einquartiert und mit Hilfe der liebevollen Pflege des 13-jährigen Sohnes und seiner Mutter wieder gesund gepflegt. Minka ist auf dem Weg der Besserung und wir drücken der Kleinen alle Daumen, dass sie schon bald wieder ganz gesund ist. Auch Minka ist in der Zwischenzeit kastriert.



Am folgen Tag wurden von der Frau zwei weitere Katzen mit Hilfe unserer Lebendfallen eingefangen. Hier handelte es sich um ein Mädel und um einen Buben. Die beiden wurden wieder mit nach Hause genommen und sie konnten ihren Narkoseschlaf nachts in den Fallen ausschlafen und wurden am nächsten Tag wieder in die Freiheit entlassen.


Karfreitag und das Osterwochenende verschaffte uns eine Zwangspause. Jedoch war der Dienstag umso erfolgreicher für Mutter und Sohn. Fünf weitere Kater konnten eingefangen werden.












Leider ist ein Katerchen dabei – unser „Opa“,
der schon etwas „vom Leben gezeichnet“ ist.
(Bild links)
Dieser wird aber mit Hilfe der Familie gut versorgt und der
Verein übernimmt die Kosten für die weitere tierärztliche Versorgung.
Auch am darauffolgenden Tag konnten dann glücklicherweise zwei kleine Mädels zu unserer Tierärztin gebracht werden.



Am Donnerstag saßen dann zwei weitere Kater in den Fallen und mit etwas Geduld ging abends auch noch die skeptische und sehr scheue Becky mit zur Tierärztin, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Jetzt war Fingerspitzengefühl gefragt, denn eine Katzendame, die bereits ihre Jungen nach Angaben der Familie vor ca. drei Wochen bekommen haben musste, sollte ebenfalls kastriert werden, bevor sie ca. fünf Wochen nach der Geburt wieder bereit wäre, schwanger zu werden.


Dies war eine Gradwanderung, da die Kleinen bis zum Freitagnachmittag leider noch nicht gefunden wurden. Jedoch war es sehr auffällig, dass sich Frieda, die Kätzin schon seit einigen Tagen fast nur noch in der Nähe der Familie aufhielt und so lag der Verdacht nahe, dass ihre Babys vermutlich nicht mehr am Leben waren, was nach Angaben der Familie auch schon im letzten Herbst der Fall gewesen sei. Auch Frieda war verschnupft und gehörte dringend zum Tierarzt. Mit etwas Geduld und leckerem Tunfisch ging uns Frieda in die Falle.
Nun lag es daran, die Kinder doch noch vielleicht lebend zu finden. Die Katzennot war vor Ort und wir suchten den Hof und die Schuppen der Nachbarshäuser ab. Dies war eine Suche „nach der Stecknadel im Heuhaufen“ im wahrsten Sinne des Wortes. Um ca. 19.00 Uhr hörten wir plötzlich das Schreien eines kleinen Kätzchens und fanden dieses auf einem Schuppendach auf dem Nachbargrundstück.


Mit Hilfe einer Leiter wurde der kleine Wurm in einem furchtbaren Zustand gefunden. Die Augen total verklebt, die Nase mit fetten Schnupfenkrusten überzogen, selbst der Mund war wie zugeklebt. Der kleine Kerl bekam kaum noch Luft, war völlig ausgetrocknet und schon hatte starke Untertemperatur.


Schnell kam die Verstärkung der Katzennot, so dass man einerseits um das Leben des Würmchens kämpfen konnte und andererseits die Geschwisterchen suchen konnte. Mit einer sehr langen Leiter konnten auch die zwei Geschwisterchen ganz oben am Heuboden geborgen werden.
 Ohne viel Zeit zu verlieren kontaktierten wir unsere Tierärztin, die wirklich unermüdlich IMMER im Einsatz für uns ist. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an unsere hervorragende Tierärztin Frau Dr. Ehrmann aus Blaubeuren. Sie untersuchte die Kleinen und stellte mit Entsetzen fest, dass alle drei starke Untertemperatur hatten, völlig ausgetrocknet und hochgradig verschnupft waren. Dicker Eiter kam aus den Äuglein hervor. Es war offensichtlich, dass die Mutter schon seit Tagen nicht mehr bei ihren Kleinen war. Die Würmchen bekamen sofort Antibiotika, Immunstimulanz und Flüssigkeit. Später in der Nacht richteten wir bei der Familie Aronein Zimmerchen für Frieda und ihre Kleinen ein. Frieda, die aufgrund der Kastration noch etwas neben sich war, war sehr unsicher und machte keinerlei Anstalten sich zu ihren Jungen zu legen. Die Mutter und ihr Sohn wurden mit Fläschchen und Aufzuchtmilch eingedeckt und mit Hilfe der Katzennot in das „Fläschchen geben“ und „Pippi machen“ eingewiesen. Leider hat es unser kleiner tapferer Bub, der mit seinem lauten Rufen auf sich und seine Geschwisterchen aufmerksam gemacht hat, nicht geschafft. Aron ist noch in der Nacht verstorben. Er hatte seine Aufgabe hier auf der Welt bereits erfüllt, indem er das Leben seine beiden Schwesterchen gerettet hat. Sein Nachruf mit Foto finden Sie in unserer Rubrik „UNSERE ENGEL.

Mama Frieda

Am nächsten Tag waren wir alle sehr erleichtert, dass Frida ihre Kleinen akzeptierte. KleinFrieda wird bestens von ihrer Mama versorgt, nur Milli tut sich etwas schwer zu säugen. Sie bekommt aber fantastische Unterstützung von Mutter und Sohn als Pflegeeltern.

Nun heißt es ganze feste Daumen drücken, dass die Kleinen ihren Schnupfen mit Hilfe unserer Tierärztin und der liebevollen Zuwendung der Familie ganz schnell überwinden und fleißig an Gewicht zulegen.

Die Familie hat wirklich vorbildlich mit uns zusammen gearbeitet. Man konnte spüren, wie wichtig es den Leuten war, das Katzenproblem endlich in den Griff zu bekommen. Der Sohn macht seinen Job als Ersatzpapa hervorragend, holt sich Informationen aus dem Internet und auch seine Mutter ist mit viel Elan dabei, die Katzen im und ums Haus herum, gut zu versorgen. Soviel gute Mitarbeit verdient von unserer Seite ein großes Lob!

Sicherheitshalber lassen wir eine Falle die nächste Zeit noch vor Ort, da wir nicht wirklich sicher sein können, dass wir alle eingefangen haben. Aber die Familie hat uns versprochen auch weiterhin ein Auge darauf zu haben ob die Population steigt und die Katzen gut zu versorgen.

Wenn Sie selber verwilderte Katzen betreuen oder regelmäßig herrenlose Streunerkatzen, die auf der Suche nach Nahrung umherirren, sichten und Unterstützung bei der Durchführung einer Kastrationsaktion benötigen, dann hilft ihnen der Verein Katzennot Schwäbische Alb e.V. sehr gerne. Wir beraten Sie bei der Durchführung einer Kastrationsaktion und stellen Ihnen Lebendfallen zur Verfügung

 Bitte machen Sie von dieser Aktion Gebrauch, denn...

  • durch den Wegfall von Paarungsbissen und Katerkämpfen wird die Gefahr der Ausbreitung von Infektionskrankheiten wie FeLV (=Leukose) oder Katzenseuche vermindert und das Risiko einer Ansteckung mit FIV (Katzen-AIDS) gesenkt
  • der Drang zum Streunen wird reduziert, d.h. ihre Katze geht nicht weit vom Hof bzw. Quartier weg
  • kastrierte Katzen sind gesündere und stabilere Mäusefänger, die nicht mehr der enormen hormonellen Belastung ausgesetzt sind
  • es gibt keinen Zuwachs ungewollter Katzenkinder, für die man kein Zuhause findet
  • kastrierte Katzen haben eine doppelt so hohe Lebenserwartung

 
Leider hat diese Aktion – und unsere nächste Aktion geht gleich eine Straße weiter wo wir an anderer Stelle berichten werden – ein dickes Finanzloch in unsere Vereinskasse gerissen. Wir helfen wirklich sehr gerne, auch finanziell vor Ort wenn ausreichend Geld auf unserem Vereinskonto zur Verfügung steht. Wir können solche Projekte aber nur mit Hilfe von Spendengeldern finanzieren. Deshalb sind wir dringend auf Ihre Spenden angewiesen, so dass wir auch in Zukunft solche Projekte in Angriff nehmen können. Bitte helfen Sie uns unsere Kastrationsaktionen finanziell zu unterstützen und Streunerkatzen zu helfen.