Kastrationen 2015

Wir wollen Sie an einmal an einer unserer Kastrationsaktionen teilnehmen lassen.
Im Moment agieren wir in Suppingen, ein kleiner Teilort von Laichingen!

Vielleicht erinnern Sie sich noch an unsere Aktion im letzten Jahr. Von Februar - April waren wir auch in Suppingen und haben in der Ortsmitte 35 Katzen kastrieren und tierärztlich versorgen lassen. Jetzt geht es am Ortsende von vorne los.

Am 27.03.2015 entdeckte eine Dame am Straßenrand eine tote Katze.
Sie nahm beherzt die Katze und fuhr mit ihr zum nächstliegenden Bauernhof. Der Bauer bestätigte, dass es eine von seinen "vielen" Katzen sei und beerdigte das Tier.
Die Frau hakte kurzerhand nach wie viele Katzen er denn hätte. Seine Antwort: 20-30 Stück und mit Sicherheit 3-5 Würfe Babys, aber genau weiß er das natürlich auch nicht.
Daraufhin rief sie uns an, ob wir nicht einmal bei dem Bauern vorbei schauen würden.
Am Gründonnerstag besuchten wir den Bauern, übrigens ein sehr verständnisvoller, netter Mensch.
Er erzählte, dass er seine Katzen täglich füttert und sie überall, auch in seiner Werkstatt, wo im Winter geheizt wird, schlafen und sich aufhalten dürfen. Die Katzen sind scheu und lassen sich nicht anfassen. Er wäre gerne bereit uns die Katzen kastrieren zu lassen, aber bezahlen möchte er natürlich nichts. Das kennen wir und waren auch nicht großartig überrascht.
Sein Argument: Schon jahrelang sind immer ca.25 Katzen bei mir und der Bestand vergrößert sich trotz Babys nicht. Lt. seiner Aussage tötet er keines von den Kleinen und trotzdem bleibt der Bestand gleich.
Das glauben wir ihm, denn Katzen bilden Gruppen, die beispielsweise ein Lager teilen und sich bei der Aufzucht und Verteidigung ihrer Jungen unterstützen. Werden es zuviele und das Futter incl. Mäuse reicht nicht mehr für alle, werden die "Neuen", also auch Babys vertrieben. Wenn die Mama den zweiten Wurf bekommt, jagt sie ihre 8-10 Wochen alten Babys weg.
Das sind dann die Kätzchen, die halb verhungert am Straßenrand sitzen oder bei einer Familie zulaufen. Am schlimmsten dran sind die Schwächeren, die elendig irgendwo im Gebüsch verhungern oder vom Fuchs geholt werden, da sie sich einfach noch nicht alleine ernähren können.
Wir entschlossen uns, den Katzen schnellstmöglich zu helfen. Mit unserer Tierärztin besprachen wir das Ganze. Sie war gerne bereit Sonderschichten einzulegen und immer, wenn wir Miezen in der Falle haben, diese sofort zu kastrieren, entwurmen und durchzuchecken. Notfalls auch die Zähne zu richten.


Am Dienstag den 07.04. um 17 Uhr kamen wir dann in Suppingen an, die Autos vollgeladen mit 12 Fallen, Futter und Decken.










12 Fallen wurden mit Futter versehen und in der riesengroßen Scheune aufgestellt.












Zwei Miezen schauten uns interessiert zu.
Dann ließen wir die Tiere alleine und machten eine Spaziergang in der näheren Umgebung.
Wir waren überrascht, ein großartiges Katzenparadies erwartete uns.
Büsche zum Verstecken, Bäume zum Klettern und ringsum Felder und Wiesen zum Mäuse fangen und in der Sonne liegen.















Nach einer halben Stunde kamen wir zurück und waren mehr als enttäuscht. Nur zwei Miezen saßen in den Fallen. Kein Wunder, denn auf dem Hof ging es sehr laut zu. Große Maschinen transportierten Holz und viele Menschen arbeiteten lautstark in und um die Scheune.
Wir hatten keine Wahl und mussten die Fallen über Nacht in der Scheune lassen.


Die zwei Mäuschen brachten wir zur Tierärztin,
die auch nach Praxisschluss um 18:30 Uhr mit den Kastrationen begann. Ein dreifarbiges Tigermädchen und ein wunderschöner grauer Kater. Beide ungefähr 9 Monate alt, durften sich nach der Kastration in der Tierarztpraxis erholen und die Nacht dort verbringen.



Mittwoch den 08.04. 2015 um 7 Uhr.
Gespannt schauten wir in die Scheune.
In 8 von den Fallen saßen verängstigte
kleine Miezen. Eilig deckten wir die Mäuschen
mit Tüchern ab und brachten sie vor die Scheune zum Auto.
Die Tiere abdecken ist sehr wichtig. Sobald es nacht um die Katzen wird, sind sie ruhig und haben keine so große Angst mehr.




















Die Mäuschen wurden in zwei Autos verladen, kurz unserer Tierärztin Bescheid gegeben und vier Fallen neu gestellt.

20 Minuten später wurde mit der Kastration begonnen. Es waren 5 Mädchen und 3 Jungs. Sieben davon zwischen 6 und 8 Monate alt. Die Schildpattkatze war ca. 3 Jahre alt und hatte Babys, die dem Gesäuge nach etwa 5 Wochen alt sein müssen.
Die zwei Kätzchen vom Vortag durften wir wieder mit nach Suppingen nehmen und aus der Falle lassen. Sie waren putzmunter und sprangen wie der Wind davon.
Als wir kurz nach 12 Uhr wieder in Suppingen ankamen, stellten wir fest, dass wir wieder mit  4 Fallen Erfolg hatten.











2 graue u. grau/weiße sind Katerle, das eine dreifarbige ist ein Mädchen. Alle drei auch sehr jung, 5-6 Monate alt.
Das Bild links ist eine Mamakatze, ca 4 Jahre alt und jedenfalls die Mama von den 6-8 Monate alten Kätzchen.
Also noch einmal nach Blaubeuren zum Tierarzt, damit die Vier auch noch kastriert werden können.
Gegen 13:30 kamen wir dann geschafft nach Hause.
Am Abend holten wir alle 12 Katzen kastriert bei unserer Tierärztin ab.
Bevor wir die kastrierten Miezchen einladen durften, schaute unsere Tierärztin, ob bei allen alles in Ordnung ist, ob sie auf den Beinen sind und ihr Köpfchen heben.
Mit Decken abgedeckt, mit Wasser und Futter versorgt stellten wir die Katzen in die Scheune ins Stroh.
Sie durften die Nacht noch in der Falle verbringen, da noch nicht alle vollkommen die Narkose hinter sich gelassen haben.

Die dreifarbige Mamakatze war die Einzige, die eine Aufwachspritze bekam. Unsere Tierärztin stellte fest, dass sie einen Wurf Babys, ca. 1 Woche alt hatte. Sie mussten wir abends wieder aus der Falle lassen, damit sie Ihre Zwerge versorgen konnte.
Um 21 Uhr stellten wir wieder 10 Fallen, die auch diesmal über Nacht stehen bleiben.
Lt. Aussage des Bauern leben ja mindestens 25 Miezen dort auf dem sehr gepflegten Hof. Sechs Katzen hatten wir noch gesichtet, die noch nicht kastriert sind.

Donnerstag den 09.04. 2015 um 8 Uhr.
4 Fallen waren besetzt, leider 2 davon schon kastriert. Die Zwei wurden sofort wieder aus den Fallen raus gelassen.
Die anderen zwei brachten wir zum Tierarzt. Es waren zwei Katerle.
Das Schwarze 2-3 Jahre alt, das Graue
8 Monate.
Als wir vom Tierarzt zurück kamen fütterten wir die anderen Kätzchen, die seit 2 Tagen sehr wenig zum Fressen bekamen.
Um 18 Uhr durften die zwei Kater zurück in die Scheune.
10 Fallen wurden erneut gestellt.

Freitag den 10.04. 2015 um 8 Uhr.
Wieder sind 6 Miezen in den Fallen. Vier davon schon kastriert, die anderen 2 fuhren wir zum Tierarzt.
Der graue Kater ist 5-6 Jahre alt.
Die Kätzin hat 4 Wochen alte Babys und ist ca. 4-5 Jahre alt.

Am Freitagabend stellten wir die Zwei abgedeckt in die Scheune und fütterten die anderen.
Am Samstagmorgen ließen wir die Kätzchen aus den Fallen.
Wir werden ein paar Tage Pause mit Einfangen machen und die Kätzchen gut füttern.

In der Zwischenzeit werden wir in Nellingen auf einem Bauernhof mindestens 6-10 Katzen zum Kastrieren einfangen.

3 Wochen sind in der Zwischenzeit vergangen. In Nelleingen haben wir 7 Kätzchen zur Kastration gebracht. Leider fehlen noch zwei Katerle, die nur ab und zu kommen.
Die Familie hat eine Falle von uns bekommen und mit viel Glück können wir die Zwei auch noch Kastrieren lassen.

In Suppingen sind wir täglich vor Ort. Abwechselnd füttern wir und stellen jeden 2. Tag Fallen.
In den letzen drei Wochen konnten wir leider nur 4 unkastrierte Kätzchen zum Tierarzt bringen.











Leider fehlen immer noch 5 Katzen,
die wir gesehen haben aber leider noch nicht einfangen konnten.
Aber wir machen weiter bis auch die
letzte Mieze in die Falle geht.

Am 24. 04. haben wir zum ersten Mal ein Baby gesehen. Wieviel kleine Mäuschen es dort gibt, wissen wir leider nicht.

Unser Bestreben ist es, die Babys nach dem Abstillen einzufangen und in gute Hände zu vermitteln.







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